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Europa erleben

von Markus Holste

Die Zeiten, in denen die Idee der europäischen Einigung sich besonderer Beliebtheit erfreute scheinen mit Blick auf rechts-konservative Regierungen in Polen, Ungarn, Österreich und Italien und anhaltender Skepsis auch in Deutschland sowie dem nahenden Austritt Großbritanniens aus der EU vorbei zu sein.

Um so wichtiger bleiben Versuche, den Menschen die Vorteile der europäischen Union zu verdeutlichen. Dies möchten wir am BSZ Wertheim nunmehr mim fünften Jahr mit dem Erasmus Plus-Projekt „Auslandspraktikum für Industriekaufleute“ ebenfalls unterstützen. Auch im Zeitraum Juli 2018 bis Juni 2019 schicken wir Interessenten aus dem Bereich der kaufmännischen Berufsschule zu unserer Partnerorganisation, ADC Technology Ltd., nach London bzw. nach Dublin.

Sicher wird dies eine spannende Erfahrung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch wenn es sich „nur“ um einen relativ kurzen Aufenthalt von zwei bzw. drei Wochen handelt. Wichtig ist, was man daraus mitnimmt bzw. erst einmal, dass man sich zu diesem Schritt bereit sieht. Jedenfalls danken wir den Unternehmen, die ihren Auszubildenden diese Reise ermöglichen, denn sie zeigen damit auch, dass sie in die Zukunft investieren. Und mit Sicherheit werden sie motivierte und engagierte Angestellte für die Zukunft gewinnen.

Aber auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gebührt unser Respekt. Viele unternehmen zum ersten Mal eine solche Reise. Sicher sind auch gemischte Gefühle dabei. Aber es wird sich lohnen, den Schritt gemacht zu haben.

Gleichzeitig mit dem Beginn des Projektes 2018/19, ist das Projekt des Vorjahres beendet. Die Teilnehmerinnen des zweiten Lehrjahres erhielten bei der gleichen Veranstaltung ihre Europässe Mobilität, die ihnen bescheinigen an dem Projekt teilgenommen zu haben. Der Abschlussbericht steht noch aus, aber dieser wird eine hoffentlich eine reine Formalie sein. Auf jeden Fall ist die Rückmeldung der Teilnehmerinnen und des Teilnehmers durchweg positiv. Es lohnt sich also wirklich, die zwei bis drei Wochen zu investieren und seine teils vorhandene Furcht zu überkommen.

Weiter hoffen wir, dass wir noch vielen Auszubildenden die Möglichkeit bieten können, Auslanderfahrungen zu machen. Aber auch in anderen Bereichen bewegt sich das BSZ Wertheim auf dem internationalen Parkett. Wir sind stolz sagen zu können, dass wir in den kommenden Jahren eine strategische Partnerschaft mit vier Schulen aus Italien, Bulgarien, Polen und der Türkei haben werden, die ebenfalls von der Europäischen Kommission finanziell großzügig unterstützt wird. Wir freuen uns auf diese Herausforderung.

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La dolce vita

Nachdem Deutschland sich schwer getan hat mit der Regierungsbildung, ist nun Italien in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zu guter Letzt steht nun die durchaus europakritische Regierung und man wird sehen, welche Folgen das haben wird. Dies ist hier aber nicht von Interesse. Hier geht es ums Menschliche und um bereits bestehende, gute Beziehungen. Hier geht es darum, von guten Freunden zu berichten. Es geht darum, den Besuch deutscher Schülerinnen und Lehrkräfte bei ihren italienischen Partnern Revue passieren zu lassen.

Es waren nur wenige, dafür aber intensive Tage, die wir in Gubbio verbringen durften. Genauer gesagt waren es acht Schülerinnen der Eingangsklasse bzw. des Berufskollegs am BSZ Wertheim. Nun ja, es sind vorwiegend unsere Schülerinnen, die bei solchen Austauschen aktiv sind, was merkwürdig und schade ist. Aber vielleicht trauen sich die jungen Herren nicht…naja, das starke Geschlecht. Jedenfalls kamen noch eine Handvoll Lehrkräfte hinzu inklusive unseres Schulleiters Herr Breuer.

Vorab kann man sagen, dass es eine intensive, durchaus anstrengende, aber sehr schöne Reise war, die wichtig ist für die Weiterentwicklung zum einen der eigenen Person, aber natürlich auch der europäischen Idee.

Wir kamen am Donnerstag Spätnachmittag in Pisa an. Nein, nicht bei der Schülerstudie, sondern in der Stadt mit dem „kaputten“ Turm und unternahmen noch eine gute zweistündige Reise von dort nach Gubbio, wo uns die Gastfamilien und Gastgeberinnen herzlich in Empfang nahmen. Die Eingewöhnung fand recht individuell in den Familien statt.

Der darauffolgende Freitag war durch offizielle Ereignisse geprägt. Zum einen lernten wir ein wenig die Schule kennen, zum anderen nahmen die Lehrkräfte zumindest an einer Diskussionsrunde zum Thema Ausbildung und Arbeitsmarkt teil. Am Nachmittag wurden wir gemeinsam noch durch den Bürgermeister von Gubbio, Filippo Mario Stirati, begrüßt und bekamen eine Führung durch den Palazzo dei Consoli.

Der Samstag wird in die Geschichte eingehen als der Tag der vielen Kirchen. Giovanna, die unseren Aufenthalt hauptsächlich begleitet und organisiert hatte, gab an diesem Tag ihr faszinierend umfangreiches Wissen über Franz von Assisi preis. Wir besuchten die Stadt und durften Giovanna als unsere Reiseführerin genießen. Sicher, die vielen Kirchen waren anstrengend und nicht jedes Detail aus dem Leben von Franz von Assisi ist bei uns hängen geblieben, aber wir haben einen guten Eindruck von seinem Leben gewinnen können und die Stadt hat einen eben solchen Eindruck auch bei uns hinterlassen.

Nochmals Mille Grazie Giovanna. Es war wirklich sehr bemerkenswert.

„Am Sonntag sollst du ruhen“, sagt man. Ja von wegen. Wir ruhten nicht, wir liefen. An einem wunderbaren Tag spazierte die ganze Gruppe, italienisch und deutsch gemeinsam auf dem antiken Aquädukt oberhalb der Stadt entlang. Während wir bei einem vorherigen Besuch am Ende bergab in die Stadt gingen, führte uns der Weg diesmal nach oben, zur Basilica di Sant’Ubaldo, dem Schutzpatron der Stadt. Hierher führt auch der aberwitzige Zug bei der Festa die Ceri. Der Weg war lang und teils steil. Kaum auszudenken, diesen Weg mit enorm schweren Säulen im Gepäck hoch zu jagen, was immer am 15. Mai der Fall ist. (damit ihr einen Eindruck erhaltet: https://www.youtube.com/watch?v=nBS90yBOxZE) Ach ja, und in der Basilika liegen dann auch die Gebeine von St. Ubaldo für alle Gläubigen sichtbar (aber auch ich habe sie gesehen). Mit der Seilbahn der Stadt ging es dann wieder nach unten. Ein tolles Erlebnis. Und den Abschluss des Tages bildete ein Abendessen organisiert vom Partnerschaftsverein in Gubbio. Wir haben gut gegessen, viel geredet und es wurde gesungen und gelacht. Ein rundum gelungenes Ende eines tollen Tages.

Doch uns sollte noch ein weiterer toller Tag bevorstehen. Am Montag, dem Tag vor dem ersten Mai, der auch in Italien ein Feiertag ist und den viele aufgrund eines Brückentages für ein verlängertes Wochenende nutzten, fuhren wir mit dem ÖPNV nach Perugia. Kaum verwunderlich, doch umso wundervoller, war auch hier Giovanna unsere Stadtführerin. Auch hier konnte sie uns interessante Tatsachen aus der älteren und jüngeren Geschichte der Stadt berichten, wie deren Zerstörung in der Antike bis hin zu dem Mordfall um die Hauptverdächtige Amerikanerin Amanda Knox. Hier nun wurden die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschs recht früh entlassen, um ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen zu frönen. Der Rest besuchte noch den etruskischen Brunnen an der Piazza Danti und das Nationalmuseum. Ein wunderbarer Tag, der gekrönt wurde durch ein gemeinsames PIZZAessen, ja richtig gelesen. Die große Gruppe fand Platz bei Antico Frantoio, einem großen Restaurant mit exzellenten Pizzen. Ein äußerst gelungener Tag.

Doch dann kam der Tag des Abschieds. Am Tag der Arbeit ging es sehr früh für uns in Richtung Flughafen Perugia. Wir wurden begleitet von Giovanna Brunelli, Rosella Picotti, Laura Zampagli, den drei zentralen Personen dieses Austauschs.

Auf diesem Weg danken wir allen, die diese Tage so toll gestaltet und organisiert haben. Es war wunderschön und hoch interessant und wir wünschen uns, dass die Partnerschaft mit Gubbio und der IIS Cassata Cattapone auch weiterhin Früchte trägt und weiterwächst und gedeiht und sich viele junge Herren und Damen bereit erklären, junge Menschen aus Gubbio bei sich aufzunehmen und sich trauen, in das Familienleben italienischer Familien einzutauchen. Es ist eine sehr wertvolle Erfahrung.

Und eine solche wirkt sicher auch den rechts-nationalen Tendenzen, die nicht nur die italienische, sondern auch die deutsche Politik verspürt klar entgegen. Wir sind alle Menschen, alle unterschiedlich, mit eigenen Vorstellungen und Traditionen, und wir können viel von einander und über einander lernen. Nutzen wir Europa, wie es jetzt ist, ohne Grenzen und frei und gleich.

Wenn ihr nun Interesse habt, dann sprecht uns an. Herr Holste und Frau Väth können euch weitere Informationen geben. Wir würden uns freuen. Artikel mit mehr Bildern als PDF

Eine Woche Europa pur

Europäische Verständigung ist auf vielen Ebenen eine schwierige Sache, aber eigentlich doch ganz einfach, wenn man am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist. Und dies waren in diesem Jahr auch die drei Teilnehmerinnen des EuropeShire School Camp Projekts. Gemeinsam mit Herrn Holste fuhren S. Matzer, M. Kirchner und J. Bannwarth in diesem Jahr nach Valkenswaard, NL.

Fünf Tage Internationalität. Fünf Tage zusammen mit einer türkischen, einer serbischen und einer großen belgischen Gruppe. Fünf Tage intensiver Arbeit in Sprachenworkshops, handlungsorientierten Workshops und vielen weiteren Aktivitäten. Und wieder einmal waren die Mentoren, die die einzelnen Gruppen betreuten ein wahres internationales Potpourri. Aus Slowenien, Irland, Australien, den USA und Deutschland kamen sie in dieser Woche. Sie kümmerten sich intensiv um die Teilnehmerinnen und animierten alle, diese Woche aktiv zu genießen.

Und die begleitenden Lehrerinnen? Die erkoren dann auch gleich, wie bereits im letzten Jahr die Aussage Make new friends als oberste Regel für die Woche in der Harba Lorifa Herberge. Und ich glaube, das hat für viele auch sehr gut funktioniert. Wir genossen es daher auch sehr, dass die ganz große Mehrheit so aktiv im Austausch miteinander war, und auch dass viele ihrer Neugier nachgaben und interessiert waren, an den anderen Teilnehmerinnen und deren Herkunft. Und auch wir Lehrerinnen tauschten uns aus. Über die unterschiedlichen Schulsysteme bis hin zu Kartenspielen, mit denen wir uns die Abende vertrieben, wenn wir nicht auch in die Aktivitäten der Teilnehmerinnen eingebunden wurden, wie z.B. beim Musik-Quiz, bei dem wir zugegebener Maßen nicht wirklich erfolgreich waren bei all der modernen Musik.

Ein wenig Kultur wurde uns allen auch noch geboten mit dem Tagesausflug nach Amsterdam. Leider fiel dieser buchstäblich ins Wasser, d.h. es regnete wirklich den ganzen Tag, was den Besuch dieser schönen Stadt etwas eintrübte. Nichtsdestoweniger ist diese Stadt immer einen Besuch wert mit ihren Grachten und den typischen Gebäuden und den vielen offenherzigen Niederländern. Dem Regen entflohen wir durch einen Besuch des Het Rembrandthuis. Ebenfalls wirklich einen Besuch wert.

Dankenswerterweise haben wir Lehrerinnen noch eine Schule vor Ort besuchen dürfen, die Scholengemeenschap Were Di. Ein niederländerischer Kollege führte uns durch die Schule und gab uns eine Menge an interessanter Informationen. Damit haben auch wir den Austausch intensiv genutzt.

Den gelungenen Abschluss der Woche machte die Talent-Show am Donnerstagabend. Zur Erklärung – jede Gruppe und der jeweilige Mentor suchen für die Talent-Show einen Beitrag, den sie aufführen werden. Das kann ein Lied, ein Tanz, ein Sketch oder ein anderer Beitrag sein. Und diese Beiträge werden in der ganzen Woche jeden Nachmittag geprobt, und das recht eifrig. Mit entsprechendem Erfolg, denn die Talent-Show war sehr sehenswert, kreativ und abwechslungsreich, sicher auch der Tatsache geschuldet, dass so viele unterschiedliche Charaktere und Kulturen gemeinsam an einem Projekt gearbeitet haben.

Naja und jede Sache, so schön sie auch sein mag, muss auch einmal ein Ende haben. Und das Projekt nahm sein Ende am Freitag. Es hieß dann aufräumen und Abschied nehmen. Die Reise ging wieder zurück nach Würzburg, und für die anderen nach Serbien, die Türkei und Belgien. Es war wieder einmal eine gute Woche und ich unterstütze die Idee zu 100 Prozent. Es wäre schön, wenn es solche Projekte häufiger gäbe, denn hier lernen und erleben die Teenager viel für die Zukunft. Und vielleicht haben sich schon jetzt einige Freundschaften entwickelt, die zu weiterem Austausch anregen.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Außerschulische Lernorte ermöglichen im Natur- und Umweltbereich sowie im Bereich des Globalen Lernens wertvolle Erfahrungen für ein ganzheitliches Verständnis. Ihr besonderer Wert liegt darin, dass praktische, konkrete und wirklichkeitsnahe Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen ermöglicht werden.
Baden-Württemberg zeichnet sich durch eine Vielzahl nachhaltigkeitsrelevanter Angebote außerschulischer Träger aus. Die Organisationsformen und Angebote der unterschiedlichen Anbieter unterscheiden sich deutlich. Sie sprechen spezifische Zielgruppen an (z.B. Kinder- und Jugendgruppen, Schulklassen, Familien). Sie arbeiten mit vielfältigen Methoden und sind über das ganze Land verteilt.

Seit Februar 2012 ist die online- Datenbank für außerschulische Angebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Baden-Württemberg online. Ihr Name lautet:  "BNE-Kompass" für außerschulische BNE-Angebote

Hier werden laufend vielfältige Medien, E-Learning-Angebote, Projekte, Lernorte und Referent/innen von außerschulischen Bildungspartnern, die einen Beitrag zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten können, eingepflegt. Angeboten werden Materialien mit Bezug zu den Bildungsplänen in Baden-Württemberg. Dabei ist eine spezifische Suche nach Schultyp, Klasse und Themen möglich!
www.bne-kompass.de